LINC / 22. – 25. Jänner 2019

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Vom 22.-25.Jänner fand wieder der Leipzig Interventional Course (LINC) statt. Dieser ist einer der größten Kongresse für interventionelle Gefäßmedizin. Knapp 5000 Teilnehmer aus mehr als 100 Ländern erlebten eine Fülle an spannenden Präsentationen und anregenden Diskussionen.

Ich möchte hier einen kurzen Überblick über die für mich interessantesten Neuigkeiten geben, die auf dem Kongress präsentiert wurden.

Die Indikationen und Möglichkeiten für endovaskuläre Behandlungen nehmen stark zu. Es gibt kaum noch Gefäßverschlüsse, die nicht einer endovaskulären Therapie zugänglich sind. Dadurch kann einerseits eine OP in vielen Fällen komplett vermieden werden, in anderen Fällen zumindest einige Zeit gewonnen werden, bis ein offener Eingriff notwendig werden kann. Und auch wenn die Langzeitergebnisse noch ausständig sind, ergeben sich bei richtiger Indikationsstellung, tolle neue Behandlungskonzepte.

Während die endovaskuläre Behandlung von Einengungen und Verschlüssen der Oberschenkelarterie bereits stark etabliert ist, gibt es für die Behandlung von Gefäßerkrankungen  unterhalb des Kniegelenkes noch keine einheitlichen Behandlungskonzepte. Zur Vefügung stehen auch hier unbeschichtete und beschichtete Ballone und Stents. Arteriosklerose in den Unterschenkelgefässen geht mit einer vermehrten Ablagerung von Calcium einhher. In einigen Studien hat sich gezeigt, daß bei stark verkalten Gefässen eine Vorbehandlung mit einem Atherektomie-Katheter zu einem besseren Ergebnis führt. Mit Hilfe dieser Katheter können stark verkalkte Plaques in den Gefässen zerkleinert und abgesaugt werden. Dadurch wird einerseits der ursprüngliche Durchmesser nahezu wiederhergestellt und andererseits können Medikamente in den Ballons oder Stents besser an die Gefäßwand gelangen. Dies ist sicher eine sehr vielversprechende Therapieoption.

Eine der größten Diskussionsthemen war eine Meta-Analyse (eine statistische Analyse von mehreren wissenschaftlichen Studien zu ein und derselben Fragestellung), die gezeigt hat, daß Patienten, die mit Paclitaxel beschichten Ballonen oder Stents behandelt wurden, eine erhöhte Mortalität aufweisen. Bevor die genauen Hintergründe hierfür nicht genau geklärt sind, sollte man daher auf die Verwendung dieser Produkte derzeit verzichten. Zwei große Studien, die diese Produkte verwenden, haben ihre Rekrutierungsphase auf Basis dieser Publikation unterbrochen. Es bleibt abzuwarten, welche endgültigen Schlüsse und Konsequenzen sich hier in den nächsten Monaten ergeben werden. Auf alle Fälle werden alternative Medikamente, die ebenfalls zur Beschichtung von Stents und Ballon verwendet werden können, an Bedeutung gewinnen. Eines davon ist Sirolimus, das bereits zur Behandlung von Einengungen der Herzkranzgefässe verwendet wird.