Viszeralchirurgie

Sigma-Divertikulose/Divertikulitis

Divertikel sind Austülpungen der Darmwand. Man kann sie im gesamten Verdauungstrakt finden, hauptsächlich aber im Sigma (über 90%), dem letzten Teil des Dickdarms vor dem Mastdarm. Man unterscheidet echte (die gesamte Wand des Darmes ist betroffen) und Pseudodivertikel (hier ist nur die Schleimhaut durch Lücken in der Muskelschicht ausgestülpt). Ihre Entstehung wird durch eine verminderte Widerstandskraft der Darmwand (genetische Faktoren, fortgeschrittenes Alter) und eine Erhöhung des intraluminalen Drucks (z.b. Ballastsotff-armer Kost) begünstigt.

Zu den behandlungsbedürftigen Komplkationen einer Divertikulose zählen Divertikelblutungen (2-6%) und die Divertikulitis. Dabei handelt es sich um einen bakterielle Entzündung nach (Mikro-)Perforation eines Divertikels. Heute wird diese meistens konservativ mit Antibiotika und Nahrungskarenz behandelt. Jedoch kann es in bis zu 30% der Fälle zu einem komplizierten Verlauf mit Abzess- und/oder Fistelbidlungen, aber auch zur Entwiclung einer Peritonitis kommen. Bei einem kompliziertem Verlauf ist eine chirurgische Therapie indiziert. Dabei wird der erkrankte Teil des Sigmas operativ entfernt. Diese Operation wird in der Regel laparaskopisch durchgeführt. Bei einem ausgeprägten Befund mit Abszessbildung kann es aber auch notwendig sein, einen offenen Zugang zu wählen.

Diagnostik

  • Computertomographie
  • Kolonoskopie

Operative Eingriffe

  • Laparoskopische/offene Sigmaresektion

Colon- und Rectum-Carcinom

Das kolorektale Carcinom ist einer der am häufigsten vorkommenden bösartigen Krebserkrankungen bei Frauen und Männern. Zu den Risikofaktoren für die Entstehung dieses Tumors zählen neben gentischen Faktoren vor allem das Rauchen, hoher Alkoholkonsum und ungesunde Ernährung (ballaststoffarm, hoher Anteil Fleisch- und Wurstprodukten, fettreich).

Frühsymptome können neben lokalen Symptomen wie Blut im Stuhl, Stuhlunregelmäßigkeiten (Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall) und Schmerzen  auch unspezifische Symptome wie Gewichtsabnahme und Leistungsabfall sein.

Für die Diagnose muss eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung einschließlich einer digital-rektalen Untersuchung durchgeführt werden, ebenso Blutuntersuchungen und ein Test auf okkultes Blut im Stuhl.

Bei Verdacht sollte zur Diagnosesicherung immer eine Darmspiegelung durchgeführt werden. Zusätzlich noch eine Computertomographie und bei Lokalisation des Tumors im Mastdarm eine Magnetresonanztomographie.

Die Therapie ist die komplette chirurgische Resektion. Je nach Lokalisation des Tumors wird die rechte oder linke Dickdarmhälfte entfernt. Bei Lokalisation im Mastdarm wird der komplette Mastdarm entfernt, wobei hier der Abstand zum Darmausgang (Anus) entscheidend ist, ob ein künstlicher Darmausgang angelegt werden muß oder nicht. Manchmal kann es notwendig sein, daß zum Schutz der Darmanastomse für einige Wochen ein künstlicher Dünndarmausgang angelegt wird. Diese kann aber so gut wie immer rückoperiert werden. Ziel jeder Operation ist die komplette Entfernung des Tumors und die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Darmfunktion.

Operative Eingriffe

  • Hemikolektomie rechts/links (offen/laparoskopisch)
  • Sigma-Resektion (offen/laparoskopisch)
  • Rektumresektion (offen/laparoskopisch)