Allgemeinchirurgie

Schilddrüse (Schilddrüsenchirurgie)

Die Schilddrüse ist eine Hormondrüse, die verschiedene Hormone (Schilddrüsenhormone; Trijodthyronin (T3), Thyroxin (T4), Calcitonin) produziert, die wiederum für unterschiedliche Aktivitäten und Körperfunktionen wichtig sind und verschiedene Effekte haben, darunter Steigerung des zellulären Energiestoffwechsels, Stoffwechselaktivität und Energieverbrauch, Wachstumsprozesse, Grundumsatz u. a.; die Botenstoffe wirken auf das Herz und den Kreislauf, den Kohlenhydrat-, Fett- und Bindegewebsstoffwechsel, die Nieren- und Darmtätigkeit, die Schweiß- und Talgdrüsen der Haut, die Psyche und andere Körperfunktionen und -systeme, weswegen Erkrankungen der Schilddrüse und Störungen in der Produktion der wichtigen Hormone weitreichende Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben können.

Funktionsstörungen der Schilddrüse und Schilddrüsenerkrankungen kommen häufig vor, einzelne Erkrankungen der Schilddrüse können dabei auch in Kombination auftreten. Veränderungen, Störungen und Erkrankungen im Bereich der Schilddrüse sind u. a.:
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose), Diffuser Kropf (Struma diffusa; nicht-knotige Vergrößerung der Schilddrüse), Knotiger Kropf (Struma nodosa; knotige Veränderung der Hormondrüse), Morbus Basedow (Autoimmunthyreoiditis; körpereigene Immunzellen richten sich gegen das Schilddrüsengewebe), Hashimoto Thyreoiditis, Knoten (“kalte” Knoten, “heiße” Knoten), Schilddrüsentumore u. a. Die Symptome können je nach Erkrankung ganz unterschiedlich sein: Während Patienten mit einer Unterfunktion häufig u. a. von Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme und vermehrtem Kältegefühl betroffen sind, kommt es bei einer Überfunktion vermehrt zu Unruhe, Nervosität, erhöhtem Stoffwechsel, stärkerem Schwitzen und anderen Symptomen.

Die Therapie von Funktionsstörungen der Schilddrüse und Schilddrüsenerkrankungen basiert auf einer gründlich erarbeiteten Diagnose und wird nach einer genauen Anamnese und umfassenden Untersuchung (körperliche Untersuchung, Ultraschall, Blutuntersuchung inkl. Bestimmung von TSH (TSH wird von der Hirnanhangdrüse gebildet und steuert die Schilddrüsenaktivität) und der Schilddrüsenhormone, bei Bedarf weiterführende Untersuchungen) individuell erstellt. In vielen Fällen sind eine entsprechende medikamentöse Behandlung und regelmäßige Kontrolluntersuchungen ausreichend (z. B. Hormonsubstitution/Gabe von künstlichem Schilddrüsenhormon in Tablettenform bei Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion).

In anderen Fällen ist eine operative Behandlung notwendig. Mögliche Gründe hierfür sind Entzündungen der Schilddrüse, die sich medikamentös nicht behandeln lassen, Knoten (größere Zahl an Knoten, größere kalte Knoten, heiße Knoten mit Überfunktion wenn andere Therapiemaßnahmen ausgeschöpft sind), unklare Raumforderungen u. a. Je nach Erkrankung und individueller Ausgangssituation werden während der Operation Teile der Schilddrüse oder die ganze Schilddrüse entfernt; fehlende Schilddrüsenhormone werden nach der Operation mittels medikamentöser Therapie ersetzt.

Diagnostik

  • Die Abklärung wird von einem Spezialisten für Erkrankungen für Hormondrüsen duchgeführt. Gerne kann ich die Überweisung an einen meiner Partner in die Wege leiten.

Operative Eingriffe

  • Entfernung des verdächtigen Knotens
  • Entfernung einer Schilddrüsenhälfte (Hemithyreodiktomie)
  • Entfernung der gesamten Schilddrüsse (Totale Thyreodiketomie)

Gallenblase

Die Gallenblase liegt an der Unterseite der Leber, welche ständig Gallenflüssigkeit produziert, die dann in der Gallenblase eingedickt und gespeichert wird. Benötigt wird die Gallenflüssigkeit u. a. während den Mahlzeiten zur Neutralisierung des sauren Speisebreis und Fettverdauung, sie wird dann in den Darm abgegeben. Außerdem erfolgt mit der Galle die Ausscheidung verschiedener Substanzen (Abbauprodukte, Cholesterin u. a.).

Zu den Erkrankungen der Gallenblase gehört in erster Linie die die Entstehung von Gallensteinen, die zu einer  Entzündung der Gallenblase führen können und Gallenkoliken auslösen können.

Gallensteine, deren Größe von wenigen Millimetern bis Zentimetern reichen kann, kommen häufig vor, verursachen jedoch nicht immer Beschwerden. Es kann jedoch sein, dass die Gallensteine den Gallenblasenabfluss blockieren, in weiterer Folge kann es zu einer schmerzhaften Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) kommen. Gehen die Steine in den Hauptgallengang ab, können Druck- und Völlegefühl, Übelkeit, kolikartige oder persistierende Schmerzen und andere (unspezifischen) Beschwerden die Folge sein, auch Gelbsucht und andere Komplikationen und Folgeerkrankungen sind möglich.

Behandlung/Operation:
Verursachen die Gallensteine Beschwerden, dann ist eine Operation, im Rahmen welcher die Gallenblase mit den Gallensteinen entfernt wird, häufig die Therapie erster Wahl (Cholezystektomie). Je nach Ausgangssituation und individuellen Voraussetzungen kann die Operation laparoskopisch (minimal-invasiv) oder offen erfolgen.

Vor einer geplanten Operation informiere ich Sie im persönlichen Gespräch genau über Sinn und Zweck dieser, die Vorbereitung und den Ablauf, mögliche Risiken, die Nachbehandlung und andere wichtige Aspekte. Es ist mir ein wichtiges Anliegen, dass Sie die Ordination immer gut informiert und mit einer klaren Vorstellung hinsichtlich der besprochenen Befunde und Therapiemöglichkeiten verlassen.

Diagnostik

  • Ultraschall
  • Blutuntersuchung

Operative Eingriffe

  • Laparoskopische/offene Entfernung der Gallenblase

Hernien

Hernien zählen zu den häufigsten behandelten Erkrankungen in der Allgemeinchirurgie. Es werden verschiedene Hernien, umgangssprachlich häufig als “Bruch” bezeichnet, unterschieden, eine der häufigsten ist der Leistenbruch (Leistenhernie, Inguinalhernie), von dem überwiegend Männer betroffen sind.

 Unter einem Leistenbruch versteht man den Durchtritt von Baucheingeweiden durch die Leiste bzw. den Leistenkanal oberhalb des Leistenbandes – zusammengefasst handelt es sich um einen Defekt in der Bauchdecke, bei welchem es zu einer Vorwölbung von Organen der Bauchhöhle durch eine Schwachstelle im Bereich der Leiste kommt. Mögliche Symptome einer Leistenhernie sind je nach Verlauf ziehende, stechende oder strahlende Schmerzen in der Leistenregion, die sich unter Belastung verstärken können, sichtbare Schwellungen oder Vorwölbungen in der betroffenen Region, die im Liegen meist “verschwinden”, Stuhlunregelmäßigkeiten (bei Verlagerung von Darmanteilen in den Bruchsack) u. a.

Unter Umständen kann es zu Einklemmungen von Darmanteilen kommen, was zu starken Schmerzen und Darmverschluss führen kann und eine rasche Abklärung und chirurgische Behandlung erforderlich macht. Auch ohne Komplikationen wird ein Leistenbruch zumeist operiert, um den Defekt zu behandeln und sicherzustellen, dass die Hernie nicht mehr austreten kann.

Diagnostik

  • Klinische Untersuchung
  • Ultraschall
  • Eventuelle: Computertomographie der Bauchdecke (dies kann bei sehr großen Brüchen notwendig sein)
  • Kolonoskopie (zum Ausschluß einer Raumforderung im Bauchraum)

Operative Eingriffe

  • Für die Operation stehen verschiedene Verfahren und Materiellen zur Verfügung, darunter offene und laparoskopische Verfahren und solche mit und ohne Netzeinlage: Transabdominelle präperitoneale Hernioplastik (TAPP) und total extraperitoneale Hernioplastik (TEPP) – laparoskopisch mit Netzeinlage
  • Operation nach Lichtenstein – offene Operation mit Netzeinlage
  • Operation nach Shouldice – offene Operation ohne Netzeinlage